Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Verwaltungsarbeiten wie Abrechnung, Honorarzahlungen, Stundenplanung, Marketing, telefonische Erstberatung und die Suche nach Lehrkräften lassen sich von zu Hause erledigen, und viele Institutsleiter tun das an einzelnen Vormittagen. Beratungsgespräche mit Eltern, die Anwesenheit während der Unterrichtszeiten am Nachmittag, die Betreuung der Lehrkräfte und Probleme vor Ort verlangen in einem Institut mit eigenen Räumen aber den Großteil der Woche Präsenz, sodass Homeoffice in diesem Modell eher in Teilen üblich ist als die Regel. Anders ist es bei Franchisesystemen für Einzelnachhilfe beim Schüler zu Hause oder für Online-Unterricht: Dort wird der Standort häufig überwiegend aus einem häuslichen Büro geführt, Elterngespräche finden dann aber oft beim Kunden statt und erfordern Fahrten. Wie groß der Anteil solcher Modelle am Beruf insgesamt ist, lässt sich nicht verlässlich beziffern. Wer von zu Hause arbeitet, verarbeitet personenbezogene Daten von Minderjährigen und braucht einen abschließbaren Arbeitsplatz, datenschutzkonforme Ablage und gute telefonische Erreichbarkeit gerade am Nachmittag, wenn Eltern anrufen. Anzeigen, die einen Standort ausdrücklich als Tätigkeit von zu Hause bewerben, sind häufig Partnergesuche von Franchisegebern, die Eigenkapital und unternehmerisches Risiko voraussetzen.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Institutsleiter/Franchisenehmer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 3.000 € 3.600 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.500 € 4.300 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 4.200 € 5.500 € 50.400 €

Die Werte gelten für angestellte Institutsleiter; einen Tarifvertrag gibt es in der privaten Nachhilfebranche in der Regel nicht, die Gehälter werden frei verhandelt und enthalten oft einen variablen Anteil nach Schülerzahl. Franchisenehmer beziehen kein Gehalt, sondern den Gewinn nach Franchisegebühren, Miete und Honoraren, der je nach Standort, Auslastung und Zahl der Filialen in den ersten Jahren deutlich darunter und bei mehreren gut laufenden Standorten deutlich darüber liegen kann.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Institutsleiter/Franchisenehmer?

Im Bildungsbereich leiten Institutsleiter meist ein Nachhilfeinstitut, eine Lernschule oder einen Standort für Sprach- und Weiterbildungskurse. Den größten Teil der Arbeit machen Beratung und Organisation aus, nicht der Unterricht selbst. Eltern melden sich, weil ein Kind in Mathematik oder Englisch abrutscht; im Beratungsgespräch wird der Lernstand eingeschätzt, ein Angebot gemacht und ein Vertrag abgeschlossen. Danach geht es darum, passende Lehrkräfte zu finden, meist Studierende oder Lehrkräfte auf Honorarbasis, Gruppen zusammenzustellen und Stundenpläne zu bauen, die zu Schulzeiten, Vereinssport und den Verfügbarkeiten der Lehrkräfte passen. Dazu kommen Abrechnungen, Honorarzahlungen, Anträge über das Bildungs- und Teilhabepaket, Rückfragen bei Kündigungen und Ausfällen sowie Werbung an Schulen, in sozialen Medien und mit Flyern. Franchisenehmer tragen zusätzlich die volle unternehmerische Verantwortung: Miete, Personal, Liquidität, Franchisegebühren und das Einhalten der Vorgaben des Franchisegebers.

Wie wird man Institutsleiter/Franchisenehmer?

Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht. Viele kommen aus dem Lehramt, der Pädagogik, aus kaufmännischen Berufen oder aus dem Vertrieb; andere waren selbst Nachhilfelehrkraft und übernehmen später einen Standort. Franchisegeber schulen neue Partner in einem Einstiegsprogramm von einigen Tagen bis wenigen Wochen zu Verkauf, Software, Marketing und Qualitätsstandards. Für die Selbstständigkeit sind Eigenkapital für Einstiegsgebühr, Einrichtung und die ersten Monate nötig, außerdem ein Gewerbe und häufig ein Businessplan für Bank oder Förderstelle. Angestellte Institutsleiter werden in der Regel mit kaufmännischer Ausbildung oder Studium und Erfahrung in Kundenberatung oder Teamführung eingestellt.

Was der Beruf verlangt

Die Hauptarbeitszeit liegt am Nachmittag und frühen Abend, wenn Schülerinnen und Schüler Zeit haben; Samstage kommen oft hinzu, vor Zeugnissen und Abschlussprüfungen ist am meisten los. Vormittags bleibt Zeit für Verwaltung und Akquise. Das Geschäft schwankt mit dem Schuljahr: In den Sommerferien bricht die Nachfrage ein, im Herbst und vor den Prüfungen steigt sie. Die Fluktuation bei den Honorarlehrkräften ist hoch, weil Studierende den Wohnort oder die Lebensphase wechseln, sodass ständig nachbesetzt werden muss. Gespräche mit enttäuschten Eltern, Kündigungen und Zahlungsrückstände gehören dazu. Wer als Franchisenehmer startet, braucht oft ein bis zwei Jahre, bis der Standort trägt, und arbeitet in dieser Zeit deutlich mehr als vierzig Stunden. Vertragsbedingungen, Gebühren und Gebietsschutz sollten vor dem Einstieg genau geprüft werden, da nicht jedes Franchisesystem hält, was es in der Werbung verspricht.

Aussichten

Der Bedarf an Nachhilfe ist in Deutschland seit Jahren hoch, Lernrückstände und der Lehrkräftemangel an Schulen halten ihn stabil. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz durch Online-Nachhilfe und günstige Privatangebote, was Standorte mit schwacher Lage unter Druck setzt. Erfolgreiche Franchisenehmer eröffnen weitere Standorte und führen sie mit eigenen Leitungen. Angestellte Institutsleiter können in eine Regional- oder Gebietsleitung aufsteigen, zum Franchisegeber wechseln oder sich mit eigenem Institut selbstständig machen.

Aufgaben

  • Beratungsgespräche mit Eltern und Schülern führen und Verträge abschließen
  • Honorarlehrkräfte suchen, einstellen und einteilen
  • Stundenpläne und Gruppen nach Fach und Klassenstufe organisieren
  • Monatsabrechnungen, Honorare und Anträge zum Bildungs- und Teilhabepaket bearbeiten
  • Werbung an Schulen, in lokalen Medien und sozialen Netzwerken planen
  • Lernfortschritte verfolgen und Rückmeldungen an Eltern geben
  • Umsatz, Kosten und Auslastung des Standorts im Blick behalten

Voraussetzungen

  • Kaufmännisches Verständnis und Verkaufsgeschick im Beratungsgespräch
  • Erfahrung in Pädagogik, Nachhilfe oder Kundenberatung
  • Für Franchisenehmer Eigenkapital, Gewerbeanmeldung und Bereitschaft zum unternehmerischen Risiko
  • Organisationstalent und Belastbarkeit bei wechselnder Personalbesetzung
  • Bereitschaft zur Arbeit am Nachmittag, frühen Abend und teils am Samstag
  • Sicherer Umgang mit Verwaltungssoftware und Datenschutzregeln

Wo man arbeitet

  • Nachhilfeinstitute und Lernschulen
  • Franchisesysteme für Einzel- und Gruppennachhilfe
  • Sprachschulen und Weiterbildungsanbieter
  • Anbieter von Online-Nachhilfe
  • Häusliches Büro bei mobilen Nachhilfemodellen

Der Weg in den Beruf

Ein geregelter Ausbildungsweg existiert nicht; üblich sind ein Studium etwa im Lehramt, in Pädagogik oder BWL oder eine kaufmännische Ausbildung mit Berufserfahrung. Franchisenehmer durchlaufen vor dem Start eine Schulung des Franchisegebers von einigen Tagen bis wenigen Wochen und benötigen Eigenkapital sowie ein angemeldetes Gewerbe.

Homeoffice-Stellen als Institutsleiter/Franchisenehmer

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