Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Von zu Hause lassen sich vor allem Planungsaufgaben erledigen: statische Berechnungen, CAD- und BIM-Modellierung, Massenermittlung, Leistungsverzeichnisse, Nachtragsprüfung und Videobesprechungen mit Planungsbeteiligten. Bauleitung, Bauüberwachung, Aufmaße, Abnahmen und Baubesprechungen verlangen dagegen Anwesenheit auf der Baustelle, sodass Homeoffice in der Bauausführung eher die Ausnahme ist und sich meist auf einzelne Tage für Dokumentation und Abrechnung beschränkt. In Ingenieurbüros und Bauverwaltungen ist Homeoffice an ein bis drei Tagen pro Woche in vielen Stellen üblich, oft erst nach der Einarbeitung, während Stellen ganz von zu Hause selten sind und am ehesten bei erfahrenen Tragwerksplanern, Prüfern oder freiberuflich Tätigen vorkommen. Für die Arbeit zu Hause braucht es einen leistungsfähigen Rechner, eine stabile Verbindung für große Modelldateien und Zugriff auf Softwarelizenzen über VPN, was nicht jeder Arbeitgeber bereitstellt. Pläne und Ausschreibungsunterlagen sind vertraulich, und weil Rückfragen von Baustelle und Bauherr kurzfristig kommen, wird auch im Homeoffice meist feste Erreichbarkeit erwartet.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Ingenieur verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.700 € 4.200 € 4.900 € 50.400 €
Mit Berufserfahrung 4.500 € 5.200 € 6.000 € 62.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.600 € 6.500 € 8.000 € 78.000 €

Im Bauhauptgewerbe gilt der Tarifvertrag für Angestellte und Poliere des Baugewerbes, in Bauverwaltungen der TVöD oder TV-L, meist in den Entgeltgruppen E10 bis E13, während Ingenieurbüros oft frei und je nach Größe deutlich niedriger oder höher zahlen. Bauleitung in großen Baukonzernen wird in der Regel besser bezahlt als Planung in kleinen Büros, gerade dort ist Homeoffice aber seltener.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Ingenieur im Bauwesen?

Der Alltag hängt stark davon ab, auf welcher Seite des Bauprozesses jemand steht. In der Planung erstellen Ingenieure Tragwerksberechnungen, dimensionieren Bauteile aus Stahlbeton, Stahl oder Holz, zeichnen oder prüfen Pläne in CAD- und BIM-Programmen, ermitteln Mengen und Kosten und stellen Leistungsverzeichnisse für Ausschreibungen zusammen. Dazu kommen Abstimmungen mit Architekten, Fachplanern für Haustechnik, Brandschutz oder Geotechnik sowie mit Behörden im Genehmigungsverfahren. In der Bauausführung, also bei Bauunternehmen oder in der Bauüberwachung, verlagert sich die Arbeit auf die Baustelle: Abläufe koordinieren, Nachunternehmer einweisen, Qualität und Termine kontrollieren, Aufmaße nehmen, Nachträge verhandeln, Mängel dokumentieren und Abnahmen durchführen. In Bauverwaltungen von Kommunen, Ländern oder Bund steht die Rolle des Bauherrn im Vordergrund, mit Projektsteuerung, Vergabe und Prüfung von Rechnungen.

Wie wird man Ingenieur im Bauwesen?

Der übliche Weg ist ein Studium des Bauingenieurwesens, seltener eines verwandten Fachs wie Umweltingenieurwesen, Versorgungstechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen Bau. Der Bachelor dauert an Hochschulen für angewandte Wissenschaften oder Universitäten sechs bis sieben Semester, der Master weitere drei bis vier. Die Berufsbezeichnung Ingenieur ist durch die Ingenieurgesetze der Länder geschützt. Für bestimmte Aufgaben wie die Bauvorlageberechtigung oder die Tätigkeit als Prüfingenieur sind zusätzlich Berufserfahrung und die Eintragung bei der Ingenieurkammer nötig. Ein Quereinstieg ohne Studium ist nicht möglich; Bautechniker oder Bauzeichner können über ein berufsbegleitendes Studium aufsteigen. Für den öffentlichen Dienst ist bei höheren Laufbahnen oft ein Masterabschluss und ein Referendariat Voraussetzung.

Was der Beruf verlangt

Ingenieure im Bauwesen tragen Verantwortung für Standsicherheit, Kosten und Termine, und Fehler in der Berechnung oder Ausschreibung können teuer werden oder Menschen gefährden. Projekte laufen über Monate bis Jahre, gleichzeitig entsteht kurzfristiger Druck durch Abgabefristen, Bauzeitenpläne und Behördentermine. In der Bauleitung gehören frühe Arbeitsbeginne, Wetter, Lärm, Fahrten zwischen mehreren Baustellen und gelegentlich Überstunden in Endphasen dazu, dazu der Umgang mit Konflikten zwischen Bauherr, Planern und Firmen. In der Planung ist die Arbeit überwiegend Bildschirmarbeit mit hohem Anspruch an Konzentration und Normenkenntnis, etwa der Eurocodes. Weil Vorschriften, Software und Bauweisen sich ändern, ist laufende Weiterbildung Teil des Berufs. Wer im Büro plant, sollte Baustellenpraxis nicht scheuen, denn Ortstermine kommen auch dort regelmäßig vor.

Aussichten

Die Nachfrage nach Bauingenieuren ist seit Jahren hoch, besonders in der Sanierung von Brücken, Straßen und Schienen, im Wasserbau, bei Energie- und Infrastrukturprojekten sowie in Bauverwaltungen, die viele Stellen nicht besetzen können. Der Wohnungsneubau schwankt dagegen mit Zinsen und Baukosten, was Ingenieurbüros und Baufirmen in diesem Segment spüren. Entwicklungswege führen zur Projekt- oder Oberbauleitung, zur Büro- oder Abteilungsleitung, in die Spezialisierung etwa auf Brandschutz, Bauphysik oder BIM-Management, zum Prüfingenieur oder Sachverständigen und in die Selbstständigkeit mit eigenem Ingenieurbüro.

Aufgaben

  • Tragwerke berechnen und Bauteile dimensionieren
  • Pläne in CAD- und BIM-Programmen erstellen und prüfen
  • Mengen und Kosten ermitteln und Leistungsverzeichnisse erstellen
  • Angebote auswerten und Vergaben vorbereiten
  • Bauabläufe, Termine und Nachunternehmer auf der Baustelle koordinieren
  • Qualität kontrollieren, Mängel dokumentieren und Abnahmen durchführen
  • Nachträge prüfen und Abrechnungen erstellen
  • Mit Bauherren, Architekten, Fachplanern und Behörden abstimmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium im Bauingenieurwesen oder einem verwandten Ingenieurfach
  • Kenntnis der einschlägigen Normen, Vorschriften und der Vergabe- und Vertragsordnung
  • Sicherer Umgang mit Statik-, CAD- und BIM-Software
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und sorgfältiges Arbeiten
  • Durchsetzungsvermögen und Verhandlungsgeschick im Umgang mit Baubeteiligten
  • Führerschein und Bereitschaft zu Baustellenbesuchen bei vielen Stellen
  • Für bestimmte Aufgaben Eintragung bei der Ingenieurkammer

Wo man arbeitet

  • Ingenieur- und Planungsbüros
  • Bauunternehmen des Hoch- und Tiefbaus
  • Bauverwaltungen von Kommunen, Ländern und Bund
  • Infrastrukturbetreiber wie Bahn, Autobahn- und Wasserstraßengesellschaften
  • Projektsteuerer und Immobilienunternehmen
  • Prüfstellen und Sachverständigenbüros

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelorstudium im Bauingenieurwesen mit sechs bis sieben Semestern, häufig ergänzt um einen drei- bis viersemestrigen Master. Für Bauvorlageberechtigung oder Prüftätigkeiten kommen mehrere Jahre Berufserfahrung und die Eintragung bei der Ingenieurkammer hinzu.

Homeoffice-Stellen als Ingenieur

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