Geschäftsteilleitung (m/w/d) für unseren Geschäftsteil Pfleg- und Vormundschaften
Das Landratsamt Ludwigsburg kümmert sich um das, was wirklich zählt: Familien, Bildung, Soziales, Infrastruktur, Umwelt....
Geschäftsteilleitungen führen einen organisatorischen Teilbereich einer Behörde, Körperschaft oder eines Verbands, etwa eine Abteilung, ein Referat oder eine Geschäftsstelle. Sie verantworten Personal, Budget und Arbeitsabläufe ihres Bereichs und berichten an die Geschäfts- oder Behördenleitung.
Ein Teil der Leitungsarbeit lässt sich von zu Hause erledigen: Vorlagen und Bescheide prüfen und freigeben, Haushaltsplanung, Konzeptarbeit, E-Mails sowie Videobesprechungen, sofern die Organisation mit elektronischer Akte und gesichertem Fernzugang arbeitet. Anwesenheit verlangen vor allem persönliche Führungsgespräche, Personalauswahl, Sitzungen mit Leitung, Personalrat oder Gremien, die Einarbeitung neuer Beschäftigter und die Ansprechbarkeit für das Team im Alltag. Im öffentlichen Dienst und in Verbänden regeln meist Dienstvereinbarungen die mobile Arbeit; für Leitungskräfte ist dort Homeoffice an einzelnen Tagen pro Woche in Teilen üblich, überwiegend oder ganz von zu Hause zu arbeiten ist in dieser Funktion die Ausnahme. Wo noch mit Papierakten gearbeitet wird oder Verschlusssachen anfallen, ist der Anteil deutlich geringer. Wer zu Hause arbeitet, braucht dienstliche Hardware, einen ungestörten Raum für vertrauliche Personal- und Telefongespräche und muss für das Team erreichbar bleiben, was feste Präsenztage und klare Absprachen zur Vertretung in der Regel voraussetzt.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.300 € | 4.900 € | 5.600 € | 58.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.000 € | 5.700 € | 6.500 € | 68.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.900 € | 6.800 € | 8.000 € | 81.600 € |
Im öffentlichen Dienst richtet sich das Gehalt nach TVöD (Bund und Kommunen) oder TV-L (Länder), meist in den Entgeltgruppen E11 bis E15, beziehungsweise bei Beamten nach den Besoldungsgruppen A11 bis A15; entscheidend sind Größe und Bewertung des geleiteten Bereichs sowie gehobener oder höherer Dienst. In Verbänden wird oft frei oder nach Haustarif verhandelt, dort hängt das Gehalt stark von Größe und Finanzkraft des Verbands ab.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Die Bezeichnung ist nicht einheitlich geregelt. Gemeint ist in der Regel die Leitung eines abgegrenzten Teils einer Organisation: einer Abteilung in einer Landes- oder Bundesbehörde, eines Fachbereichs in einer Kammer oder Sozialversicherung, einer regionalen Geschäftsstelle eines Verbands. Was genau zum Geschäftsteil gehört, legen Organisationsplan und Geschäftsverteilung des jeweiligen Hauses fest. Der Arbeitsalltag besteht zu einem großen Teil aus Führung und Steuerung: Aufgaben im Team verteilen, Mitarbeitergespräche und Beurteilungen führen, Vertretungen und Urlaube planen, Stellen ausschreiben und an Auswahlverfahren mitwirken. Dazu kommen Haushaltsplanung und Mittelbewirtschaftung für den eigenen Bereich, das Mitzeichnen und Freigeben von Vorlagen, Bescheiden und Schreiben, die Abstimmung mit anderen Abteilungen, mit Personalrat oder Betriebsrat sowie mit der übergeordneten Leitung. In Verbänden gehören oft Gremienarbeit, die Vorbereitung von Vorstands- und Mitgliederversammlungen und der Kontakt zu Mitgliedern, Politik und Presse dazu. Fachliche Sacharbeit tritt mit wachsender Größe des Bereichs zurück.
Eine eigene Ausbildung gibt es nicht. Üblich ist ein abgeschlossenes Studium, im öffentlichen Dienst häufig Verwaltungswissenschaft, Public Management, Rechts-, Wirtschafts- oder Sozialwissenschaften, je nach Ebene als Bachelor beziehungsweise Diplom (FH) für den gehobenen Dienst oder als Master für den höheren Dienst. Beamtinnen und Beamte kommen meist über die Laufbahnausbildung und anschließende Beförderungen in die Funktion. In Verbänden zählen neben dem Abschluss vor allem Fachkenntnis in der Branche und Erfahrung in der Verbandsarbeit. Fast immer wird mehrjährige Berufserfahrung im Fachgebiet verlangt, dazu erste Führungserfahrung, etwa als Team- oder Sachgebietsleitung. Ein Quereinstieg aus der Privatwirtschaft ist möglich, vor allem bei Verbänden und Körperschaften; in Behörden erschweren Laufbahnrecht und Tarifeingruppierung den direkten Wechsel in eine Leitungsfunktion.
Die Verantwortung liegt bei Ergebnissen, die andere erarbeiten. Das bedeutet, zwischen den Erwartungen der Leitung, den Belastungsgrenzen des Teams und den Vorgaben von Haushalts-, Dienst- und Datenschutzrecht zu vermitteln. Personalengpässe, unbesetzte Stellen und lange Besetzungsverfahren sind in vielen Verwaltungen Alltag und landen bei der Leitung. Konflikte im Team, schwierige Beurteilungsgespräche und unpopuläre Entscheidungen gehören dazu. Der Terminkalender ist häufig dicht mit Besprechungen gefüllt, die eigentliche Schreibtischarbeit verschiebt sich dann in Randzeiten. Zwar gelten im öffentlichen Dienst geregelte Arbeitszeiten und oft Gleitzeit, in Haushaltsphasen, vor Gremiensitzungen oder bei politisch dringenden Vorgängen entstehen trotzdem Spitzen. In Verbänden kommen Abendtermine und Dienstreisen hinzu.
Durch die Altersstruktur im öffentlichen Dienst werden in den kommenden Jahren viele Leitungsstellen frei, und die Nachfrage nach Führungskräften mit Verwaltungserfahrung ist entsprechend hoch. Gleichzeitig steigen die Anforderungen durch Digitalisierung von Verwaltungsabläufen, die Führung verteilter Teams und Fachkräftemangel im eigenen Bereich. Wer eine Geschäftsteilleitung erfolgreich ausfüllt, kann in größere Abteilungen, in die Behörden- oder Geschäftsführung oder in Stabsfunktionen wechseln. Teilzeit in Führungspositionen und geteilte Leitungsstellen werden im öffentlichen Dienst zunehmend angeboten, sind aber noch nicht überall selbstverständlich.
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium von drei bis fünf Jahren oder eine dreijährige Laufbahnausbildung für den gehobenen Verwaltungsdienst. Danach folgen in der Regel mehrere Jahre Sachbearbeitung und erste Führungsaufgaben, bevor eine Geschäftsteilleitung übertragen wird.
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