Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Ein Teil der Arbeit lässt sich von zu Hause erledigen: Gutachten und Stellungnahmen schreiben, Verträge und Satzungen prüfen, Rundschreiben verfassen, telefonische und schriftliche Mitgliederberatung sowie Videokonferenzen mit Dachverbänden. Anwesenheit verlangen Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen, Gerichtstermine, Gespräche mit Politik und Behörden, Veranstaltungen und die Führung des Teams in der Geschäftsstelle. Homeoffice an einzelnen Tagen pro Woche ist in vielen Verbänden und Kammern inzwischen üblich, überwiegend oder ganz von zu Hause zu arbeiten ist in dieser Leitungsrolle dagegen die Ausnahme, am ehesten in kleinen, bundesweit verstreuten Vereinen ohne große Geschäftsstelle. Wer von zu Hause arbeitet, braucht einen sicheren Zugang zu Akten und Mitgliederdaten, einen abschließbaren Arbeitsplatz und muss Vertraulichkeit auch gegenüber Mitbewohnern wahren. Erreichbarkeit für Vorstand und Mitglieder wird auch an Homeoffice-Tagen erwartet, und Sitzungstermine bestimmen, wann Präsenz nötig ist.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Geschäftsführung, Referatsleitung Recht verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.800 € 5.800 € 7.000 € 69.600 €
Mit Berufserfahrung 5.800 € 7.000 € 8.800 € 84.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.000 € 8.800 € 11.500 € 105.600 €

Einen einheitlichen Tarifvertrag gibt es nicht: Viele Kammern orientieren sich am TVöD oder TV-L, oft in den Entgeltgruppen 14 und 15 oder außertariflich, Verbände verhandeln meist frei. Am stärksten hängt das Gehalt von Größe und Finanzkraft der Organisation ab; große Spitzen- und Arbeitgeberverbände zahlen deutlich mehr als kleine Vereine, in denen solche Stellen auch häufiger in Teilzeit ausgeschrieben sind.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Geschäftsführung mit Referatsleitung Recht?

Die Doppelrolle ist vor allem in Wirtschafts- und Berufsverbänden, Kammern, Arbeitgeberverbänden, Stiftungen und Vereinen verbreitet. Auf der Seite der Geschäftsführung geht es um Haushalt, Personal, Vorbereitung und Nachbereitung von Vorstands- und Mitgliederversammlungen, die Umsetzung von Beschlüssen und die Vertretung der Organisation gegenüber Politik, Behörden und Presse. Auf der rechtlichen Seite stehen die Beratung der Mitglieder etwa im Arbeits-, Gesellschafts-, Wettbewerbs- oder Berufsrecht, das Prüfen und Entwerfen von Verträgen, Satzungen und Geschäftsordnungen, Stellungnahmen zu Gesetzentwürfen und je nach Organisation die Vertretung von Mitgliedern vor Arbeits- oder Sozialgerichten. Hinzu kommen Rundschreiben zu Rechtsänderungen, Vorträge und Seminare für Mitglieder sowie die Abstimmung mit Dachverbänden. In kleinen Organisationen ist die Person oft zugleich einzige Juristin oder einziger Jurist, in größeren führt sie ein Referat mit mehreren Referentinnen und Referenten.

Wie wird man Geschäftsführung mit Referatsleitung Recht?

Üblich ist ein abgeschlossenes rechtswissenschaftliches Studium mit beiden Staatsexamen, also die Befähigung zum Richteramt. Wer Mitglieder vor Gericht vertreten soll, braucht häufig die Zulassung als Rechtsanwalt oder Syndikusrechtsanwalt. Direkt nach dem Referendariat übernehmen nur wenige eine solche Position; die meisten kommen nach einigen Jahren als Referentin oder Referent in einem Verband, aus einer Kanzlei, einer Rechtsabteilung oder der Verwaltung. Fachliche Schwerpunkte, die zur Organisation passen, etwa Arbeitsrecht in einem Arbeitgeberverband oder Berufsrecht in einer Kammer, sind oft wichtiger als die Examensnote. Ein Fachanwaltstitel oder Erfahrung in Verbandsarbeit und Gremienbetreuung verbessert die Chancen. Ein Quereinstieg ohne juristischen Abschluss ist für den Rechtsteil nicht möglich.

Was der Beruf verlangt

Die Rolle verbindet zwei Aufgaben, die beide Zeit fordern: juristische Facharbeit mit Fristen und Sorgfalt und Leitungsarbeit mit vielen Abstimmungen. Gremiensitzungen, Mitgliederversammlungen und Veranstaltungen liegen nicht selten am Abend oder am Wochenende, dazu kommen Termine bei Ministerien, Landtagen oder Dachverbänden und damit Reisen. Gesetzgebungsverfahren erzeugen Spitzen, in denen Stellungnahmen in wenigen Tagen fertig sein müssen. Die Abhängigkeit von einem ehrenamtlichen Vorstand verlangt diplomatisches Geschick, denn die Geschäftsführung setzt um, entscheidet aber nicht allein. Konflikte zwischen Mitgliedergruppen landen oft auf ihrem Tisch. Verschwiegenheit ist durchgehend gefordert, sowohl bei Mitgliederanliegen als auch bei internen Verbandsangelegenheiten. Teilzeit kommt vor, vor allem in kleinen Verbänden und Vereinen, bedeutet dann aber meist eine verdichtete Woche mit festen Sitzungsterminen.

Aussichten

Verbände und Kammern suchen beständig Juristinnen und Juristen, die Fachberatung und Organisationsleitung zusammen übernehmen können, zumal viele Führungskräfte in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Die Zahl der Stellen ist allerdings begrenzt, und Wechsel finden oft über Netzwerke statt. Entwicklungswege führen zur Hauptgeschäftsführung, in die Leitung eines größeren Spitzenverbands, in Unternehmensrechtsabteilungen, in die Interessenvertretung gegenüber der Politik oder in eine eigene Kanzlei mit Verbandsmandaten.

Aufgaben

  • Mitglieder in Rechtsfragen telefonisch und schriftlich beraten
  • Stellungnahmen zu Gesetz- und Verordnungsentwürfen erarbeiten
  • Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen vorbereiten und protokollieren
  • Verträge, Satzungen und Geschäftsordnungen prüfen und entwerfen
  • Mitglieder vor Arbeits- oder Sozialgerichten vertreten
  • Haushalt der Geschäftsstelle planen und überwachen
  • Mitarbeitende im Rechtsreferat und in der Geschäftsstelle führen
  • Organisation gegenüber Politik, Behörden und Presse vertreten

Voraussetzungen

  • Zweites juristisches Staatsexamen
  • Häufig Zulassung als Rechtsanwalt oder Syndikusrechtsanwalt
  • Mehrjährige Berufserfahrung im passenden Rechtsgebiet
  • Erfahrung mit Gremienarbeit und Führung
  • Verhandlungsgeschick und sicheres Auftreten
  • Bereitschaft zu Abendterminen und Dienstreisen

Wo man arbeitet

  • Wirtschafts- und Berufsverbände
  • Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Berufskammern
  • Arbeitgeberverbände
  • Stiftungen und gemeinnützige Vereine
  • Sozial- und Wohlfahrtsverbände

Der Weg in den Beruf

Üblich sind ein Jurastudium von etwa fünf Jahren mit erstem Staatsexamen und ein zweijähriges Referendariat mit zweitem Staatsexamen. Danach folgen meist einige Jahre als Referentin oder Referent, in einer Kanzlei oder Rechtsabteilung, bevor die Leitungsfunktion übernommen wird.

Homeoffice-Stellen als Geschäftsführung, Referatsleitung Recht

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