Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Fliesenleger ist ein Beruf, der sich praktisch nicht von zu Hause ausüben lässt: Untergrund vorbereiten, abdichten, schneiden, verlegen und verfugen geschieht ausnahmslos auf der Baustelle. Homeoffice ist in diesem Beruf deshalb die seltene Ausnahme und betrifft, wenn überhaupt, nur einzelne Schreibtischaufgaben. Selbstständige oder Meister, die einen Betrieb führen, erledigen Angebote, Kalkulation, Rechnungen und die Auswertung von Aufmaßen teils abends am heimischen Schreibtisch, das ersetzt aber keinen Tag auf der Baustelle. Anstellungen, in denen überwiegend oder ganz von zu Hause gearbeitet wird, gibt es für ausführende Fliesenleger nicht; wer das sucht, landet eher in verwandten Bürotätigkeiten wie der Kalkulation oder dem Innendienst im Fliesenhandel, und auch dort meist nur an einzelnen Tagen.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Fliesenleger verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.400 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.300 € 3.900 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.300 € 3.900 € 4.800 € 46.800 €

In tarifgebundenen Betrieben gelten der Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe und der zugehörige Lohntarifvertrag, viele kleine Handwerksbetriebe zahlen jedoch frei verhandelt und teils deutlich darunter. Am stärksten hängt der Lohn von Tarifbindung, Region, Akkord- oder Leistungsprämien sowie von der Rolle als Vorarbeiter oder Meister ab; Auslöse für Montage kommt zu diesen Werten noch hinzu.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Fliesenleger?

Fliesenleger, in der Ausbildung offiziell Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, bekleiden Wände, Böden, Treppen und Fassaden mit keramischen Fliesen, Natursteinplatten oder Mosaik. Vor dem Verlegen steht die Vorbereitung des Untergrunds: alte Beläge entfernen, Unebenheiten ausgleichen, Estrich auf Restfeuchte prüfen, Grundierungen auftragen und in Nassbereichen wie Duschen eine Abdichtung einbauen. Danach wird das Verlegemuster geplant, die Fläche ausgemessen und eingeteilt, damit Fugen gerade laufen und Schnittstücke an unauffälligen Stellen liegen. Fliesen werden mit Nass- oder Winkelschleifer zugeschnitten, Aussparungen für Rohre, Steckdosen und Abläufe gebohrt, Kleber aufgezogen und die Platten gesetzt. Zum Schluss folgen Verfugen, Silikonfugen und Reinigung. Ein großer Teil der Aufträge sind Badsanierungen in bewohnten Wohnungen, daneben Neubauten, Gewerbeküchen, Schwimmbäder und Praxen. Oft arbeiten Fliesenleger eng mit Installateuren, Trockenbauern und Estrichlegern zusammen und müssen sich in deren Zeitplan einfügen.

Wie wird man Fliesenleger?

Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger im Handwerksbetrieb mit Berufsschule und überbetrieblichen Lehrgängen. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, die meisten Auszubildenden haben einen Haupt- oder mittleren Schulabschluss. Die Ausbildung kann nach einer Stufenausbildung im Baugewerbe auch über den Ausbaufacharbeiter laufen. Quereinsteiger mit handwerklicher Erfahrung finden in vielen Betrieben zunächst als Helfer Arbeit; eine Externenprüfung vor der Handwerkskammer ist mit ausreichender Berufspraxis möglich. Nach der Gesellenprüfung bieten sich die Meisterprüfung, der Techniker oder Fortbildungen etwa zu Natursteinarbeiten oder barrierefreien Bädern an.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich schwer. Ein großer Teil findet kniend oder gebückt statt, Säcke mit Kleber und Fliesenkartons werden oft über Treppen getragen, großformatige Platten sind schwer und empfindlich. Knie, Rücken und Handgelenke sind dauerhaft belastet, beim Schneiden und Schleifen entstehen Staub und Lärm, Kleber und Abdichtungen erfordern Hautschutz. Viele ältere Fliesenleger wechseln deshalb vor dem Rentenalter in andere Tätigkeiten. Gleichzeitig ist Genauigkeit gefragt, denn schiefe Fugen oder undichte Duschen fallen sofort auf und führen zu Reklamationen. Die Arbeitszeiten liegen meist tagsüber an Werktagen, beginnen aber früh, und bei Terminverzug auf der Baustelle kommen Überstunden vor. Wechselnde Einsatzorte bedeuten tägliche Fahrten, bei größeren Projekten auch Montage mit Übernachtung. In bewohnten Wohnungen gehört der Umgang mit Kunden dazu, die oft eigene Vorstellungen und wenig Geduld mit Lärm und Staub haben.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch. Viele Handwerksbetriebe finden kaum Nachwuchs, und Badsanierungen, altersgerechte Umbauten und Modernisierungen im Bestand sorgen für volle Auftragsbücher, auch wenn der Neubau schwächelt. Ausgebildete Gesellen haben in den meisten Regionen gute Chancen auf eine Stelle. Mit Erfahrung führen Fliesenleger als Vorarbeiter eigene Baustellen. Der Meisterbrief ist keine Pflicht für die Selbstständigkeit, da das Fliesenlegerhandwerk zulassungsfrei ist, er erleichtert aber die Ausbildung von Lehrlingen und die Kundengewinnung. Ein Wechsel in den Fachhandel, die Anwendungstechnik bei Herstellern von Klebern und Abdichtungen oder in die Bauleitung ist ein möglicher Weg aus der körperlichen Arbeit.

Aufgaben

  • Untergründe prüfen, ausgleichen und grundieren
  • Abdichtungen in Bädern, Duschen und anderen Nassbereichen einbauen
  • Flächen ausmessen und Verlegemuster einteilen
  • Fliesen und Platten zuschneiden und Aussparungen bohren
  • Wand- und Bodenfliesen in Kleber oder Mörtel verlegen
  • Fugen füllen, Silikonfugen ziehen und Flächen reinigen
  • Material bestellen, Arbeitszeiten und Aufmaß dokumentieren
  • Absprachen mit Kunden und anderen Gewerken auf der Baustelle treffen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Fliesen-, Platten- und Mosaikleger oder entsprechende Berufspraxis
  • Körperliche Belastbarkeit, insbesondere für kniende und gebückte Arbeit sowie schweres Tragen
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und genaues Arbeiten
  • Sicherer Umgang mit Maßen, Rechnen von Flächen und Materialmengen
  • Führerschein Klasse B, da Baustellen wechseln
  • Zuverlässigkeit und angemessener Umgang mit Kunden in bewohnten Räumen

Wo man arbeitet

  • Fliesenlegerbetriebe des Handwerks
  • Bauunternehmen mit Ausbauabteilung
  • Sanitär- und Badsanierungsbetriebe
  • Fertighaus- und Objektbaufirmen
  • Selbstständige Tätigkeit als Einzelunternehmer

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, die mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer endet. Danach ist die Meisterprüfung möglich, die in Vollzeit etwa ein Jahr, berufsbegleitend zwei bis drei Jahre dauert.

Homeoffice-Stellen als Fliesenleger

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