Fachkraft (m/w/d) Arbeitssicherheit - Stromverteilernetz / Energieversorger
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Fachkräfte für Arbeitssicherheit beraten Arbeitgeber dabei, Unfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen zu verhindern. Sie beurteilen Gefährdungen, begehen Arbeitsplätze, unterweisen Beschäftigte und sorgen dafür, dass der Betrieb die Vorgaben des Arbeitsschutzes einhält.
Von zu Hause lassen sich vor allem Gefährdungsbeurteilungen ausarbeiten, Betriebsanweisungen und Berichte schreiben, Unterlagen prüfen, Termine vorbereiten und manche Unterweisungen oder Besprechungen per Video abhalten. Begehungen, Unfalluntersuchungen, Messungen und die Sitzungen des Arbeitsschutzausschusses verlangen dagegen Anwesenheit im betreuten Betrieb, und sie machen in den meisten Stellen einen großen Teil der Arbeit aus. Homeoffice an einzelnen Tagen pro Woche für die Schreibarbeit ist in vielen Stellen möglich, eine Tätigkeit ganz oder überwiegend von zu Hause ist die Ausnahme. Bei überbetrieblichen Diensten dient die eigene Wohnung oft als Ausgangspunkt für Fahrten zu den Kunden, was eher mobiles Arbeiten mit viel Außendienst als klassisches Homeoffice bedeutet. Für die Arbeit zu Hause braucht es einen Laptop mit Zugang zu den Dokumentationssystemen, und Unfallberichte oder Angaben zu Beschäftigten müssen vertraulich behandelt werden.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.700 € | 4.300 € | 5.000 € | 51.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.300 € | 5.000 € | 6.000 € | 60.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.200 € | 6.000 € | 7.500 € | 72.000 € |
Am stärksten hängt das Gehalt von der Vorqualifikation und vom Arbeitgeber ab: Ingenieure in tarifgebundenen Industriebetrieben, etwa nach den Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie, verdienen meist mehr als Techniker oder Meister bei überbetrieblichen Diensten, im öffentlichen Dienst gilt der TVöD oder TV-L, häufig in den Entgeltgruppen 10 bis 12. Stellen mit mehr Homeoffice-Anteil finden sich eher bei größeren Unternehmen mit eigener Arbeitsschutzabteilung, was aber keinen festen Gehaltsunterschied bedeutet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Nach dem Arbeitssicherheitsgesetz muss jeder Arbeitgeber eine Fachkraft für Arbeitssicherheit bestellen, den Umfang regelt die DGUV Vorschrift 2. Die Fachkraft berät die Unternehmensleitung, trifft aber selbst keine Anordnungen. Im Mittelpunkt steht die Gefährdungsbeurteilung: Arbeitsplätze, Maschinen, Gefahrstoffe, Lärm, Bildschirmarbeit und psychische Belastungen werden erfasst, bewertet und mit Maßnahmen hinterlegt. Dazu kommen Betriebsbegehungen, das Erstellen von Betriebsanweisungen, die Untersuchung von Arbeitsunfällen, die Beratung beim Kauf neuer Anlagen oder bei Umbauten sowie die Teilnahme am Arbeitsschutzausschuss. Einen großen Teil der Zeit nehmen Dokumentation und Nachverfolgung ein: Wer muss bis wann welche Maßnahme umsetzen, welche Prüfung ist fällig, welche Unterweisung fehlt noch. Viele Fachkräfte sind fest in einem Industriebetrieb, einem Krankenhaus oder einer Behörde angestellt. Ein erheblicher Teil arbeitet bei überbetrieblichen sicherheitstechnischen Diensten und betreut dort mehrere Kundenbetriebe, vom Handwerksbetrieb bis zum Logistikzentrum. Andere sind freiberuflich tätig.
Voraussetzung ist in der Regel ein technischer oder naturwissenschaftlicher Hintergrund: ein Studium als Ingenieurin oder Ingenieur, ein Abschluss als staatlich geprüfte Technikerin oder als Meister, dazu mindestens zwei Jahre Berufserfahrung. Darauf baut die sicherheitstechnische Fachkunde auf, die bei Unfallversicherungsträgern oder anerkannten Bildungsanbietern erworben wird. Die Ausbildung ist in mehrere Stufen gegliedert, kombiniert Präsenzseminare, Selbstlernphasen und eine praktische Phase im Betrieb und dauert berufsbegleitend meist ein bis zwei Jahre. Oft finanziert der Arbeitgeber oder die Berufsgenossenschaft die Ausbildung. Ein Quereinstieg ohne technische Vorbildung ist nur in Ausnahmefällen möglich. Daneben gibt es Studiengänge im Bereich Sicherheitstechnik oder Arbeitsschutz, die direkt auf den Beruf vorbereiten.
Die Fachkraft steht zwischen Geschäftsleitung, Führungskräften, Betriebsrat und Belegschaft. Maßnahmen kosten Geld und Zeit, und nicht jeder Vorgesetzte nimmt Hinweise gern an. Wer hier arbeitet, braucht Durchsetzungsvermögen ohne Weisungsbefugnis und muss Vorschriften so erklären können, dass sie im Betrieb ankommen. Bei Begehungen geht es in Produktionshallen, auf Baustellen, in Lager und Werkstätten, teils mit Schutzausrüstung, Lärm und Witterung. Nach schweren Unfällen muss die Fachkraft kurzfristig vor Ort sein und Ursachen aufarbeiten, was auch belastend sein kann. Bei überbetrieblichen Diensten kommt viel Fahrzeit hinzu, oft mit dem Dienstwagen und mehreren Kundenterminen pro Tag, dazu Zeitvorgaben, wie viele Einsatzstunden pro Kunde abgerechnet werden. Das Regelwerk ändert sich laufend, regelmäßige Fortbildung ist Pflicht.
Die Nachfrage ist stabil, weil die Betreuungspflicht gesetzlich vorgeschrieben ist und unabhängig von der Konjunktur gilt. Viele Betriebe und Dienstleister suchen Fachkräfte, auch weil ein Teil der Beschäftigten in den kommenden Jahren in Rente geht. Themen wie psychische Belastung, Gefahrstoffe und mobile Arbeit erweitern das Aufgabenfeld. Entwicklungswege führen zur Leitung einer Arbeitsschutzabteilung, in das integrierte Management von Arbeitsschutz, Umwelt und Qualität, zur Tätigkeit als Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator auf Baustellen, zu einer Stelle als Aufsichtsperson bei einer Berufsgenossenschaft oder in die Selbstständigkeit.
Üblich ist ein technisches Studium, eine Techniker- oder Meisterausbildung mit anschließender Berufspraxis. Darauf folgt die mehrstufige Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit bei einem Unfallversicherungsträger oder anerkannten Anbieter, die berufsbegleitend etwa ein bis zwei Jahre dauert und mit dem Nachweis der sicherheitstechnischen Fachkunde abschließt.
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