Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Konzeption, Budgetplanung, Angebotsvergleiche, Verhandlungen mit Dienstleistern, Teilnehmermanagement, Abrechnung und Nachbereitung lassen sich in vielen Stellen von zu Hause erledigen, ebenso die Betreuung reiner Online-Formate. Location-Besichtigungen, Proben, Aufbau und die Veranstaltungen selbst verlangen dagegen Anwesenheit, oft an wechselnden Orten und mit Reisen. Homeoffice an einzelnen oder mehreren Tagen pro Woche ist bei Unternehmen, besonders in der IT-Branche, inzwischen in Teilen üblich; ganz von zu Hause arbeiten in der Regel nur Eventmanager mit Schwerpunkt auf virtuellen Events, und auch das ist eher die Ausnahme. In Agenturen, Hotels und Kongresshäusern ist die Präsenz im Büro und vor Ort meist deutlich höher. Wer von zu Hause plant, braucht zuverlässige Internetverbindung, sicheren Umgang mit Teilnehmerdaten gemäß Datenschutz und gute Erreichbarkeit, weil Dienstleister und Kollegen kurzfristig Entscheidungen brauchen; in den Wochen vor einer Veranstaltung nimmt der Anteil der Präsenzzeit in der Regel zu.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Eventmanager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 3.000 € 3.600 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.800 € 4.600 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 5.000 € 6.500 € 60.000 €

Für Eventmanager gibt es keinen branchenweit geltenden Tarifvertrag, die Gehälter werden meist frei verhandelt; in Hotels kann der jeweilige DEHOGA-Tarifvertrag gelten, der eher niedrig liegt. Am stärksten hängt das Gehalt davon ab, ob man in einer Agentur oder direkt in einem Unternehmen arbeitet: Eventteams großer Firmen, etwa in der IT-Branche, zahlen in der Regel deutlich mehr als kleine Agenturen, Hotels oder Vereine.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Eventmanager?

Eventmanager sorgen dafür, dass eine Veranstaltung stattfindet, wie sie geplant war. Am Anfang steht das Konzept: Zielgruppe, Format, Ablauf, Budget. Danach folgen Angebote von Locations, Caterern, Technikdienstleistern und Hotels, Verhandlungen über Preise und Leistungen, Verträge und ein Zeitplan, der oft Monate vorher beginnt. Eventmanager pflegen Teilnehmerlisten, richten Anmeldesysteme ein, koordinieren Referenten und stimmen sich mit Marketing, Vertrieb oder Geschäftsführung ab. In der IT- und Internetbranche geht es häufig um Entwicklerkonferenzen, Produktvorstellungen, Partnertreffen, Messeauftritte und Webinare oder hybride Formate, bei denen Streaming-Plattformen und Event-Software ebenso dazugehören wie Saal und Bühne. Am Veranstaltungstag selbst sind Eventmanager vor Ort, steuern den Ablauf, lösen kurzfristige Probleme mit Technik, Lieferanten oder Gästen und halten Kontakt zu allen Beteiligten. Danach kommen Abrechnung, Auswertung der Teilnehmerzahlen und Rückmeldungen sowie ein Bericht über Kosten und Ergebnis.

Wie wird man Eventmanager?

Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Ein verbreiteter Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau oder zum Veranstaltungskaufmann mit IHK-Abschluss. Daneben gibt es Bachelorstudiengänge in Eventmanagement, Veranstaltungsmanagement, Tourismus oder Betriebswirtschaft mit entsprechendem Schwerpunkt, teils auch dual. Viele kommen über einen Quereinstieg: aus dem Marketing, der Hotellerie, dem Bankettbereich, der Kommunikation oder der Assistenz, wo sie zunächst einzelne Veranstaltungen mitorganisiert haben. Bei Unternehmen der IT-Branche zählen Erfahrung mit Event- und Projektmanagement-Tools, gutes Englisch und Verständnis für das Produkt oft mehr als ein bestimmter Abschluss.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist termingebunden. Ein Veranstaltungsdatum lässt sich nicht verschieben, und in den Wochen davor häufen sich Abstimmungen, Änderungen und Überstunden. Veranstaltungen finden oft abends, am Wochenende oder an anderen Orten statt, was Reisen und Übernachtungen bedeutet. Vor Ort sind lange Tage auf den Beinen üblich, beim Aufbau auch früh am Morgen und beim Abbau spät in der Nacht. Wer mehrere Projekte gleichzeitig betreut, braucht Überblick, Genauigkeit bei Budgets und Verträgen und die Fähigkeit, unter Druck ruhig zu bleiben, wenn Referenten absagen oder die Technik ausfällt. In Agenturen kommt ein spürbarer Kostendruck hinzu, die Fluktuation gilt dort als vergleichsweise hoch. Für Menschen, die feste, planbare Arbeitszeiten brauchen, ist der Beruf in vielen Stellen nur eingeschränkt geeignet.

Aussichten

Nach dem Einbruch während der Pandemie hat sich das Veranstaltungsgeschäft erholt, viele Unternehmen setzen inzwischen auf eine Mischung aus Präsenz-, Online- und Hybridformaten. Gefragt sind dadurch Eventmanager, die neben der klassischen Organisation auch digitale Plattformen, Teilnehmerdaten und Erfolgsmessung beherrschen. Die Nachfrage schwankt mit der Konjunktur, weil Eventbudgets bei Sparrunden früh gekürzt werden. Entwicklungswege führen zur Projekt- oder Teamleitung, ins Marketing- oder Kommunikationsmanagement, in die Messe- und Kongressplanung oder in die Selbstständigkeit als Eventplaner.

Aufgaben

  • Veranstaltungskonzepte mit Ablauf, Zielgruppe und Budget erstellen
  • Angebote von Locations, Catering und Technikdienstleistern einholen und verhandeln
  • Anmeldeprozesse und Teilnehmerlisten in Event-Software verwalten
  • Referenten, Aussteller und interne Abteilungen koordinieren
  • Online- und Hybridformate auf Streaming-Plattformen einrichten und betreuen
  • Veranstaltungen vor Ort leiten und kurzfristige Probleme lösen
  • Kosten abrechnen und Veranstaltungen auswerten

Voraussetzungen

  • Ausbildung als Veranstaltungskaufmann/-frau, ein Studium im Event- oder Tourismusmanagement oder vergleichbare Berufserfahrung
  • Organisationstalent und Sicherheit im Umgang mit Budgets und Verträgen
  • Belastbarkeit unter Termindruck und bei langen Einsatztagen
  • Bereitschaft zu Reisen sowie zu Abend- und Wochenendarbeit
  • Sicherer Umgang mit Office-, Projektmanagement- und Event-Software
  • Gutes Englisch, besonders bei internationalen Veranstaltungen in der IT-Branche
  • Kommunikationsstärke im Umgang mit Kunden, Dienstleistern und Gästen

Wo man arbeitet

  • Event- und Kommunikationsagenturen
  • Marketing- oder Eventabteilungen von Unternehmen, häufig in der IT-Branche
  • Messe- und Kongressveranstalter
  • Hotels und Tagungszentren
  • Verbände und Bildungseinrichtungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau oder zum Veranstaltungskaufmann mit IHK-Abschluss oder ein Bachelorstudium in Event- oder Veranstaltungsmanagement von meist drei bis dreieinhalb Jahren. Ein Quereinstieg aus Marketing, Hotellerie oder Assistenz ist verbreitet, oft ergänzt durch eine berufsbegleitende Weiterbildung.

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