Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Entwurf, Simulation, Schaltplan- und Layoutprüfung, Dokumentation, Anforderungsanalyse und Abstimmungen in Videokonferenzen lassen sich in vielen Stellen von zu Hause erledigen, sofern die Entwicklungswerkzeuge über eine gesicherte Verbindung erreichbar sind. Messungen an Prototypen, Arbeiten im Labor und am Prüfstand, EMV-Tests, Inbetriebnahmen und Erprobungen am Fahrzeug verlangen dagegen Anwesenheit, ebenso der Umgang mit Hochvoltkomponenten. In Entwicklungsabteilungen von Herstellern und größeren Zulieferern ist Homeoffice an zwei bis drei Tagen pro Woche verbreitet, bei hardwarenahen Tätigkeiten oft deutlich weniger; Stellen, die ganz von zu Hause ausgeübt werden, sind die Ausnahme und betreffen meist reine Konzept-, Simulations- oder Dokumentationsaufgaben. Weil Kundendaten und Entwicklungsstände streng vertraulich sind, gelten in der Branche häufig Vorgaben nach TISAX, etwa zu Firmengeräten, abschließbarem Arbeitsplatz und dem Verbot, Unterlagen privat auszudrucken. Im Alltag bedeutet das, Präsenztage mit Labor- und Teamterminen zu planen und für Rückfragen zu Kernzeiten erreichbar zu sein.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Electrical Engineering verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.000 € 4.700 € 5.500 € 56.400 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 5.900 € 7.000 € 70.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.300 € 7.400 € 9.000 € 88.800 €

Am stärksten hängt das Gehalt davon ab, ob der Arbeitgeber an den Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall, ERA-Entgeltrahmenabkommen) gebunden ist; tarifgebundene Hersteller und große Zulieferer zahlen deutlich mehr als kleinere Zulieferer und viele Ingenieurdienstleister. Daneben wirken Region – Süddeutschland liegt meist höher –, Abschluss und Spezialisierung, etwa in funktionaler Sicherheit oder Leistungselektronik.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Electrical Engineer?

Electrical Engineers entwerfen elektrische und elektronische Schaltungen und Systeme und begleiten sie bis zur Serienreife. In der Fahrzeugindustrie und bei Zulieferern geht es um Steuergeräte, Bordnetzarchitekturen, Kabelbäume, Batteriemanagement, Leistungselektronik für Elektroantriebe oder Sensorik für Fahrerassistenzsysteme. Zum Alltag gehört, Anforderungen aus Lastenheften in technische Konzepte zu übersetzen, Schaltpläne und Leiterplattenlayouts zu erstellen oder zu prüfen, Schaltungen zu simulieren und Bauteile auszuwählen. Prototypen werden im Labor vermessen, Fehler mit Oszilloskop und Messtechnik gesucht, Prüfungen zur elektromagnetischen Verträglichkeit vorbereitet und ausgewertet. Ein großer Teil der Zeit fließt in Abstimmungen mit Software- und Mechanikentwicklung, Einkauf, Qualitätssicherung und Kunden sowie in Dokumentation nach Normen wie ISO 26262 für funktionale Sicherheit. In anderen Branchen arbeiten Elektroingenieure an Energieanlagen, Antriebstechnik oder Automatisierung, mit entsprechend anderen Schwerpunkten.

Wie wird man Electrical Engineer?

Der übliche Weg ist ein Studium der Elektrotechnik, Elektronik, Mechatronik oder Fahrzeugelektronik an einer Hochschule oder Universität, mit Bachelor nach sechs bis sieben Semestern, häufig ergänzt um einen Master. Abschlussarbeiten und Werkstudententätigkeiten bei Herstellern oder Zulieferern sind in der Automobilbranche ein verbreiteter Einstieg. Staatlich geprüfte Techniker der Elektrotechnik übernehmen in manchen Betrieben ähnliche Aufgaben, kommen aber seltener in Entwicklungsverantwortung. Ein Quereinstieg ohne technisches Studium ist kaum möglich. Englisch ist in vielen Teams Arbeitssprache, weil Projekte international verteilt sind.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit erfordert sorgfältiges, analytisches Denken und die Geduld, Fehlern über Tage nachzugehen, bis sie reproduzierbar sind. Entwicklungsprojekte in der Fahrzeugindustrie hängen an festen Meilensteinen wie Musterständen und Serienanläufen; vor diesen Terminen steigt der Druck, Überstunden sind dann keine Seltenheit. Normen, Freigabeprozesse und umfangreiche Dokumentation nehmen viel Raum ein und werden von manchen als zäh empfunden. Je nach Stelle kommen Dienstreisen zu Kunden, Lieferanten, Werken oder Erprobungsfahrten hinzu, teils auch ins Ausland. Wer mit Hochvolt arbeitet, braucht eine entsprechende Qualifizierung und muss Sicherheitsregeln strikt einhalten. Hinzu kommt, dass sich Technik und Werkzeuge schnell ändern und ständige Weiterbildung verlangen.

Aussichten

Elektrifizierung, automatisiertes Fahren und softwaredefinierte Fahrzeuge haben den Bedarf an Elektroingenieuren in der Branche über Jahre wachsen lassen. Gleichzeitig steht die Automobilindustrie unter Kostendruck, und bei Herstellern wie Zulieferern werden Stellen verlagert oder abgebaut; die Lage ist daher je nach Unternehmen und Region unterschiedlich. Außerhalb der Fahrzeugbranche, etwa in Energietechnik, Netzausbau und Industrieautomatisierung, ist die Nachfrage breit. Entwicklungswege führen zur fachlichen Spezialisierung, etwa als Experte für EMV oder funktionale Sicherheit, in die Systemarchitektur, ins Projektmanagement oder in die Leitung von Entwicklungsteams.

Aufgaben

  • Schaltpläne und Leiterplattenlayouts für Steuergeräte erstellen und prüfen
  • Schaltungen simulieren und Bauteile nach technischen und wirtschaftlichen Kriterien auswählen
  • Prototypen im Labor vermessen und Fehlerursachen eingrenzen
  • EMV- und Umweltprüfungen vorbereiten und Ergebnisse auswerten
  • Anforderungen aus Lastenheften in technische Konzepte umsetzen
  • Sicherheitsanalysen und Entwicklungsdokumentation nach ISO 26262 erstellen
  • Mit Software-, Mechanikentwicklung, Lieferanten und Kunden technische Lösungen abstimmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium der Elektrotechnik, Elektronik, Mechatronik oder eines verwandten Fachs
  • Kenntnisse in Schaltungsentwurf, Messtechnik und gängigen Entwicklungswerkzeugen
  • Gutes Englisch in Wort und Schrift
  • Analytisches Denken und Sorgfalt bei Fehlersuche und Dokumentation
  • Für Hochvolt-Arbeiten eine entsprechende Qualifizierung
  • Bereitschaft zu Dienstreisen, je nach Stelle

Wo man arbeitet

  • Automobilhersteller
  • Automobilzulieferer
  • Ingenieurdienstleister
  • Hersteller von Elektronik und Leistungselektronik
  • Energieversorger und Anlagenbauer

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelorstudium der Elektrotechnik oder eines verwandten Fachs mit einer Dauer von sechs bis sieben Semestern, oft gefolgt von einem zwei- bis viersemestrigen Master. Den Einstieg in die Fahrzeugbranche erleichtern Praktika, Werkstudententätigkeiten und Abschlussarbeiten in Unternehmen.

Homeoffice-Stellen als Electrical Engineering

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