Business Continuity Manager (m/w/d)
Als einer der größten Banken-IT-Dienstleister und Digitalisierungspartner Europas sind wir der Treiber der Digitalisieru...
Business Continuity Manager sorgen dafür, dass ein Unternehmen bei Störungen wie IT-Ausfällen, Cyberangriffen, Pandemien oder dem Verlust eines Standorts weiterarbeiten kann. Sie analysieren kritische Prozesse, erstellen Notfallpläne, testen diese in Übungen und weisen die Einhaltung gegenüber Aufsicht und Prüfern nach.
Konzeptarbeit, die Pflege von Notfallplänen, Berichte an Vorstand und Aufsicht sowie viele Abstimmungen und Analyse-Workshops lassen sich von zu Hause erledigen, in vielen Stellen auch per Videokonferenz. Anwesenheit verlangen dagegen Notfallübungen, Krisenstabstrainings, Begehungen von Standorten und Rechenzentren sowie der Einsatz im Krisenstab bei einer echten Störung. In Banken, Versicherungen und großen Konzernen ist mobiles Arbeiten an zwei bis drei Tagen pro Woche verbreitet, überwiegend oder ganz von zu Hause zu arbeiten ist dagegen eher die Ausnahme und kommt am ehesten in Beratungen oder bei Arbeitgebern mit verteilten Standorten vor. Notfallpläne und Risikoanalysen sind vertraulich, weshalb ausschließlich auf dienstlichen Geräten mit gesicherter Verbindung gearbeitet wird. Wer Rufbereitschaft hat, muss auch aus dem Homeoffice den Krisenstabsraum oder Ausweichstandort innerhalb einer festgelegten Zeit erreichen können, was einen sehr weiten Arbeitsweg praktisch ausschließt.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.200 € | 4.900 € | 5.800 € | 58.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.500 € | 6.400 € | 7.500 € | 76.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 7.000 € | 8.200 € | 10.000 € | 98.400 € |
Am stärksten hängt das Gehalt von Branche und Unternehmensgröße ab: Großbanken, Versicherungen und Beratungen zahlen deutlich mehr als mittelständische Unternehmen. In Banken werden die Stellen oft außertariflich vergütet, sonst gelten der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe und die öffentlichen Banken oder bei Sparkassen der TVöD-S.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Geschäftsprozesse wie lange ausfallen dürfen und was im Ernstfall zu tun ist. Dazu führen Business Continuity Manager Business-Impact-Analysen mit den Fachbereichen durch, ermitteln Wiederanlaufzeiten und Abhängigkeiten von IT-Systemen, Dienstleistern und Personal und leiten daraus Notfall- und Wiederanlaufpläne ab. Diese Pläne müssen gepflegt, regelmäßig getestet und nach Organisationsänderungen angepasst werden. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Abstimmung: mit dem IT-Betrieb über Ausweichrechenzentren, mit dem Auslagerungsmanagement über Notfallkonzepte von Dienstleistern, mit der Informationssicherheit über Cyber-Szenarien. In Banken kommt die Regulatorik hinzu. MaRisk, die europäische Verordnung DORA zur digitalen operationalen Resilienz sowie Prüfungen durch interne Revision, Wirtschaftsprüfer und Bankenaufsicht bestimmen, was dokumentiert und nachgewiesen werden muss. Business Continuity Manager bereiten Übungen und Krisenstabstrainings vor, moderieren sie, werten sie aus und berichten an Vorstand oder Risikoausschuss. Im tatsächlichen Störfall arbeiten sie im Krisenstab mit und koordinieren den Wiederanlauf.
Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht. Üblich ist ein Studium der Wirtschaftsinformatik, Informatik, Betriebswirtschaft oder eines sicherheitsbezogenen Studiengangs. Viele kommen über Umwege in den Beruf: aus der IT-Sicherheit, dem operationellen Risikomanagement, der internen Revision, dem IT-Betrieb oder der Organisationsabteilung einer Bank. Ergänzend werden Zertifikate erwartet, etwa nach ISO 22301 als Lead Implementer oder Auditor, Abschlüsse des Business Continuity Institute oder des DRI sowie Kenntnisse des BSI-Standards 200-4. Für Berufseinsteiger ohne Vorerfahrung im Risiko- oder IT-Umfeld ist der direkte Einstieg schwierig, häufiger beginnt man als Mitarbeiter im Notfallmanagement oder in einer Beratung.
Der Beruf verlangt Geduld mit Dokumentation und Formalien. Pläne, Analysen und Testprotokolle müssen so geführt sein, dass sie einer Prüfung standhalten, und Prüfungsfeststellungen erzeugen kurzfristigen Termindruck. Business Continuity Manager sind auf die Mitarbeit von Fachbereichen angewiesen, die das Thema oft als lästig empfinden; Überzeugungsarbeit ohne direkte Weisungsbefugnis gehört zum Alltag. Übungen finden teils abends oder am Wochenende statt, damit der laufende Betrieb nicht gestört wird. Viele Arbeitgeber erwarten Rufbereitschaft, und im echten Krisenfall sind lange, unplanbare Einsätze möglich. Wer mit unklaren Lagen, Verantwortung vor dem Vorstand und der ständigen Änderung regulatorischer Anforderungen schlecht zurechtkommt, wird sich schwertun.
Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Mit DORA, der NIS-2-Richtlinie und dem KRITIS-Dachgesetz wächst der Kreis der Unternehmen, die Notfallmanagement nachweisen müssen, über Banken und Versicherungen hinaus auf Energieversorger, Gesundheitswesen, Logistik und IT-Dienstleister. Erfahrene Fachleute sind knapp, besonders solche, die Regulatorik und IT-Technik gleichermaßen verstehen. Entwicklungswege führen zur Leitung des Notfall- und Krisenmanagements, in die Gesamtverantwortung für operationelle Resilienz, in Richtung Informationssicherheitsbeauftragter oder in die Beratung und Prüfung bei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium von drei bis fünf Jahren in Wirtschaftsinformatik, Informatik oder Betriebswirtschaft, gefolgt von einigen Jahren in IT-Sicherheit, Risikomanagement oder Revision. Zertifikate wie ISO 22301 Lead Implementer werden berufsbegleitend in Lehrgängen von wenigen Tagen bis einigen Wochen erworben.
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Informationssicherheitsbeauftragte planen, steuern und überwachen den Schutz von Informationen und IT-Systemen in einem Unternehmen oder einer Behörde. Sie erstellen Richtlinien, bewerten Risiken, begleiten Audits und koordinieren die Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.
Risikomanager erkennen, bewerten und überwachen Risiken eines Unternehmens, etwa Kredit-, Markt-, Liquiditäts- oder operationelle Risiken, und berichten darüber an Geschäftsleitung und Aufsicht. Sie arbeiten vor allem bei Banken, Versicherungen, Beratungen und größeren Industrie- und Dienstleistungsunternehmen.
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