Homeoffice

Wie viel davon geht von zu Hause?

Im Beruf des Baumpflegers ist Homeoffice die Ausnahme, denn Schnitt, Fällung, Klettern und Kontrolle finden am Baum statt und verlangen Anwesenheit vor Ort. Von zu Hause lassen sich allenfalls Nebenaufgaben erledigen: Kontrollergebnisse ins Baumkataster übertragen, Berichte und Gutachten schreiben, Angebote kalkulieren oder Einsätze planen. Das betrifft vor allem Baumkontrolleure, Sachverständige und Leitungskräfte, etwa in Grünflächenämtern, und auch dort meist nur an einzelnen Tagen und nach Absprache. Ganz oder überwiegend von zu Hause lässt sich der Beruf praktisch nicht ausüben, wer eine solche Stelle sucht, landet eher in der Verwaltung oder Planung. Wo Bürotage zu Hause möglich sind, braucht es Zugang zur Katastersoftware und eine sichere Verbindung zu den Daten des Arbeitgebers.

Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.

Gehalt

Was man als Baumpfleger verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 2.900 € 3.200 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.300 € 3.700 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 3.900 € 4.500 € 46.800 €

Im öffentlichen Dienst richtet sich das Gehalt nach dem TVöD, je nach Qualifikation meist in den Entgeltgruppen 5 bis 8, in Privatbetrieben gilt teils der Tarifvertrag für den Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, viele Fachbetriebe zahlen frei verhandelt. Den größten Unterschied machen die Fortbildung zum Fachagrarwirt Baumpflege, Kontroll- und Leitungsaufgaben sowie Zulagen für Rufbereitschaft und Sturmeinsätze, die hier nicht eingerechnet sind.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.

Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Baumpfleger?

Baumpfleger kümmern sich um Bäume, die dort stehen, wo Menschen unterwegs sind: an Straßen, auf Spielplätzen, in Parks, auf Friedhöfen und in Gärten. Sie entfernen Totholz, schneiden Kronen zurück, legen Lichtraumprofile über Fahrbahnen und Gehwegen frei und bauen Kronensicherungen ein, damit schwere Äste nicht ausbrechen. Gearbeitet wird in der Krone mit Seilklettertechnik oder von der Hubarbeitsbühne aus, die Motorsäge gehört zum Alltag. Ist ein Baum nicht mehr standsicher, fällen sie ihn stückweise, oft auf engem Raum zwischen Häusern, Leitungen und parkenden Autos. Dazu kommen Pflanzungen, Wurzelschutz an Baustellen und die Pflege junger Bäume. Ein wichtiger Teil des Berufs ist die Baumkontrolle: Bäume werden regelmäßig begutachtet, Schäden wie Pilzbefall, Risse oder Fäulnis erkannt und in einem Baumkataster dokumentiert. Bei Kommunen und Grünflächenämtern liegt hier oft der Schwerpunkt, weil die Verwaltung für die Verkehrssicherheit ihres Baumbestands haftet.

Wie wird man Baumpfleger?

Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Der übliche Weg führt über eine dreijährige Ausbildung als Gärtner im Garten- und Landschaftsbau oder als Forstwirt. Darauf baut die Fortbildung zum Fachagrarwirt Baumpflege auf, ein anerkannter Abschluss vor der Landwirtschaftskammer, für den Berufserfahrung verlangt wird. Verbreitet ist auch das europäische Zertifikat European Tree Worker. Für die Arbeit in der Krone sind Lehrgänge in Seilklettertechnik nach SKT-A und SKT-B nötig, für die Motorsäge ein Sachkundenachweis. Wer Bäume kontrolliert, erwirbt häufig zusätzlich die Qualifikation als zertifizierter Baumkontrolleur nach FLL. Quereinsteiger aus handwerklichen Berufen werden in Fachbetrieben eingearbeitet, brauchen die Kletter- und Sägenachweise aber ebenso.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich schwer und gefährlich. Klettern mit Ausrüstung und Motorsäge in zwanzig oder dreißig Metern Höhe verlangt Kraft, Ausdauer, Schwindelfreiheit und ständige Konzentration, Unfälle durch Sturz oder Schnittverletzung sind ein reales Risiko. Gearbeitet wird bei Hitze, Kälte und Regen, Lärm und Vibrationen belasten auf Dauer Gehör und Gelenke. Die Saison ist ungleich verteilt: Viele Schnittarbeiten ballen sich im Winterhalbjahr, weil Vogelschutzzeiten von März bis September größere Eingriffe einschränken. Nach Stürmen kommen Noteinsätze hinzu, teils am Wochenende oder in Rufbereitschaft. Fahrten zu wechselnden Einsatzorten gehören dazu, ein Führerschein, oft Klasse C1 oder CE für Fahrzeug mit Häcksler, wird meist erwartet. Viele Beschäftigte wechseln mit zunehmendem Alter in kontrollierende oder leitende Aufgaben, weil das Klettern nicht bis zur Rente durchzuhalten ist.

Aussichten

Qualifizierte Baumpfleger werden gesucht. Trockenheit, Hitze und Schädlinge setzen dem Baumbestand in den Städten zu, gleichzeitig wächst der politische Wille, Stadtbäume zu erhalten statt zu fällen. Kommunen müssen ihre Verkehrssicherungspflicht nachweisen und brauchen dafür Fachleute für Kontrolle und Dokumentation. Entwicklungswege führen zum Baumkontrolleur, zum Vorarbeiter oder zur Leitung einer Kolonne, zur Meisterprüfung im Garten- und Landschaftsbau oder in die Selbstständigkeit. Mit Studium der Arboristik oder Landschaftsarchitektur oder einer öffentlichen Bestellung ist auch der Weg zum Baumsachverständigen möglich.

Aufgaben

  • Totholz entfernen und Kronen fachgerecht zurückschneiden
  • Lichtraumprofile über Straßen und Wegen freischneiden
  • Bäume mit Seilklettertechnik oder Hubarbeitsbühne besteigen
  • Nicht standsichere Bäume stückweise fällen und abtragen
  • Kronensicherungen einbauen und kontrollieren
  • Bäume auf Verkehrssicherheit prüfen und Schäden im Baumkataster dokumentieren
  • Wurzelbereiche bei Baustellen schützen und Jungbäume pflanzen
  • Arbeitsstellen absichern und Schnittgut häckseln

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Gärtner im Garten- und Landschaftsbau oder als Forstwirt, für Fachstellen Fachagrarwirt Baumpflege oder European Tree Worker
  • Nachweise in Seilklettertechnik (SKT-A, SKT-B) und Motorsägenschein
  • Für Kontrollaufgaben oft Zertifikat als Baumkontrolleur nach FLL
  • Schwindelfreiheit, körperliche Belastbarkeit und gesundheitliche Eignung für Arbeiten in der Höhe
  • Führerschein, häufig Klasse C1 oder CE
  • Kenntnisse über Baumarten, Schadbilder und Holzzersetzer

Wo man arbeitet

  • Grünflächenämter und Bauhöfe von Städten und Gemeinden
  • Fachbetriebe für Baumpflege
  • Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus
  • Straßenmeistereien und Autobahnbetriebe
  • Friedhofsverwaltungen und Schlösser- und Gartenverwaltungen
  • Sachverständigenbüros für Bäume

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung als Gärtner im Garten- und Landschaftsbau oder als Forstwirt. Nach einigen Jahren Berufspraxis folgt die Fortbildung zum Fachagrarwirt Baumpflege vor der Landwirtschaftskammer oder das Zertifikat European Tree Worker, ergänzt durch Lehrgänge in Seilklettertechnik und Motorsägenführung.

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