Abrechner (m/w/d) für den Tief- und Rohrleitungsbau
GOTTFRIED PUHLMANN ist als traditionsreiches Familienunternehmen ein namhafter Anbieter von Energieinfrastruktur mit Sch...
Abrechner für den Tief- und Rohrleitungsbau ermitteln die auf Baustellen erbrachten Leistungen nach Menge und Aufmaß und erstellen daraus Abschlags- und Schlussrechnungen für Auftraggeber wie Kommunen, Netzbetreiber und Versorger. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Baustelle, Bauleitung und kaufmännischer Abteilung.
Die Bearbeitung von Aufmaßen, die Mengenberechnung im Abrechnungsprogramm, das Erstellen von Rechnungen und Nachträgen sowie der Schriftverkehr lassen sich am Rechner erledigen und damit grundsätzlich auch von zu Hause, sofern Bautagesberichte, Pläne und Fotos digital vorliegen. Gemeinsame Aufmaße mit dem Auftraggeber, Baustellenbegehungen und Abstimmungen mit Polieren verlangen dagegen Anwesenheit, ebenso das Sichten von Papierunterlagen, die in vielen Betrieben noch üblich sind. Homeoffice ist im Beruf in Teilen verbreitet, meist an einzelnen Tagen pro Woche und häufig erst nach der Einarbeitung; in klassischen mittelständischen Tiefbaubetrieben ist es eher die Ausnahme. Überwiegend oder ganz von zu Hause arbeiten vor allem Abrechner bei Dienstleistern, etwa im Glasfaserausbau, wo Dokumentation und Aufmaß digital über Apps und GIS laufen – wie verbreitet solche Stellen sind, lässt sich nicht verlässlich beziffern. Wer zu Hause arbeitet, braucht in der Regel einen VPN-Zugang, einen großen Bildschirm für Pläne, Zugriff auf die Abrechnungssoftware und ist auf eine gute Abstimmung mit der Bauleitung angewiesen, damit Unterlagen rechtzeitig ankommen.
Das gilt für den Beruf insgesamt und nicht für jede Stelle. Ob ganz von zu Hause, überwiegend oder an einzelnen Tagen gearbeitet wird, steht in der jeweiligen Anzeige – darauf lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.300 € | 3.800 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.400 € | 3.900 € | 4.500 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.600 € | 5.400 € | 55.200 € |
In tarifgebundenen Betrieben richtet sich das Gehalt nach dem Gehaltstarifvertrag für Angestellte und Poliere im Baugewerbe, viele kleinere Tiefbaufirmen und Dienstleister verhandeln jedoch frei. Am stärksten wirken Vorqualifikation (Techniker oder Ingenieur), Erfahrung mit Nachträgen und Großprojekten sowie die Region, wobei im Süden und Westen meist mehr gezahlt wird als im Osten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und gerundet. Sie gelten für eine Vollzeitstelle und für den Beruf insgesamt – im Büro wie von zu Hause. In Teilzeit verringert sich das Gehalt im Verhältnis der Stunden.
Das Jahresbrutto ist das 12-Fache des Monatswertes, ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Einzelfall entscheiden Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Abrechner sorgen dafür, dass ein Bauunternehmen für die Leistungen bezahlt wird, die es tatsächlich erbracht hat. Im Tief- und Rohrleitungsbau geht es um Gräben, Leitungen für Wasser, Gas, Abwasser und Fernwärme, um Kabeltrassen und in den letzten Jahren stark um den Glasfaserausbau. Grundlage der Arbeit sind Aufmaße, Bautagesberichte, Lieferscheine, Fotos und Bestandspläne. Daraus ermitteln Abrechner Mengen wie Grabenmeter, Aushubvolumen, Oberflächen oder Hausanschlüsse und ordnen sie den Positionen des Leistungsverzeichnisses zu. Die Abrechnung folgt den Regeln der VOB, im Tiefbau oft nach den Abrechnungsvorschriften der VOB/C und im REB-Verfahren. Gearbeitet wird mit Abrechnungs- und AVA-Programmen sowie mit Tabellenkalkulation und Plänen im CAD- oder GIS-Format. Zum Alltag gehören gemeinsame Aufmaße mit dem Auftraggeber, das Klären strittiger Mengen, das Vorbereiten von Nachträgen bei geänderten oder zusätzlichen Leistungen und die Abstimmung mit Bauleitung und Polieren.
Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es nicht. Viele kommen aus einem gewerblichen Bauberuf wie Rohrleitungsbauer, Kanalbauer oder Straßenbauer und wechseln nach einigen Jahren auf der Baustelle in die Abrechnung. Andere haben eine Ausbildung als Bauzeichner, eine kaufmännische Ausbildung mit Bauerfahrung oder eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Bautechniker. Auch Bauingenieure mit Bachelorabschluss steigen hier ein, häufig mit Blick auf eine spätere Bauleitung. Kammern, Bauverbände und private Anbieter bieten Lehrgänge zur Bauabrechnung und zur VOB an. Quereinsteiger ohne Bauerfahrung haben es schwer, weil das Verständnis dafür fehlt, wie ein Leitungsgraben entsteht und was dabei abgerechnet werden kann.
Die Arbeit ist genau und oft kleinteilig. Fehlende oder unleserliche Aufmaße von der Baustelle müssen nachgefordert werden, und unvollständige Unterlagen sind eher die Regel als die Ausnahme. Gegenüber Auftraggebern braucht es Standfestigkeit, weil Mengen und Nachträge regelmäßig strittig sind und jede Position belegt sein muss. Zum Monatsende und bei Schlussrechnungen entsteht Termindruck, denn von pünktlichen Rechnungen hängt die Liquidität des Betriebs ab. Je nach Stelle gehören Fahrten zu Baustellen und Terminen beim Auftraggeber dazu, bei Arbeitgebern mit großem Einsatzgebiet auch längere Strecken. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt und tagsüber, Schichtarbeit gibt es nicht.
Die Nachfrage ist hoch. Der Breitbandausbau, die Erneuerung alter Wasser- und Abwassernetze, der Ausbau von Fernwärme und Stromnetzen sorgen für viele Baustellen, und erfahrene Abrechner sind knapp. Viele Unternehmen suchen dauerhaft, auch Ingenieur- und Abrechnungsdienstleister, die im Auftrag von Netzbetreibern prüfen. Mit Erfahrung führt der Weg in die Kalkulation, ins Nachtragsmanagement, ins Controlling von Bauprojekten oder mit entsprechender Qualifikation in die Bauleitung. Auf Auftraggeberseite gibt es Stellen in der Rechnungsprüfung bei Stadtwerken und Kommunen.
Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es nicht; üblich ist eine dreijährige Ausbildung in einem Bauberuf wie Rohrleitungsbauer oder Bauzeichner mit anschließender Berufserfahrung, oft ergänzt durch eine zweijährige Weiterbildung zum staatlich geprüften Bautechniker. Alternativ führt ein Bachelorstudium im Bauingenieurwesen von etwa drei bis dreieinhalb Jahren in den Beruf, Lehrgänge zur Bauabrechnung und VOB ergänzen den Einstieg.
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Bautechniker planen, kalkulieren und überwachen Bauvorhaben im Hoch- und Tiefbau. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Planungsbüro und Baustelle und sind häufig als Bauleiter, Kalkulatoren oder technische Zeichner mit erweiterter Verantwortung tätig.
Bauzeichner erstellen nach Vorgaben von Architekten und Bauingenieuren technische Zeichnungen, Pläne und Modelle für Gebäude, Ingenieurbauwerke, Straßen oder Außenanlagen, heute fast ausschließlich am CAD-Arbeitsplatz. Sie berechnen Mengen und Massen, pflegen Planunterlagen und arbeiten zunehmend mit digitalen Gebäudemodellen (BIM).
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